Bericht enthüllt Netzwerk illegaler Online-Casinos mit Fokus auf deutsche Spieler

Ein investigativer Bericht des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe sowie internationalen Partnern deckt auf, dass die in Zypern und Malta ansässige Glücksspielgesellschaft Soft2Bet unter der Gründung von Uri Poliavich ein Netzwerk von etwa 120 ungenehmigten Online-Casinos betrieben hat, die sich gezielt an deutsche Spieler richteten. Diese Plattformen erzielten zwischen 2020 und 2024 mehr als 600 Millionen Euro Umsatz aus illegalen Aktivitäten, während interne Unterlagen eines Whistleblowers die Taktiken und fehlenden deutschen Lizenzen belegen.
Die Struktur des Netzwerks und interne Marken
Die Enthüllungen basieren auf durchgesickerten Firmendokumenten, die zeigen, wie Soft2Bet rund 37 eigene Marken führte, darunter Wazamba und Rabona, die ohne die erforderlichen Genehmigungen in Deutschland operierten. Behörden und Beobachter stellen fest, dass diese Marken Teil einer koordinierten Strategie waren, bei der Spieler durch aggressive Werbung und Anreize angelockt wurden, obwohl die gesetzlichen Voraussetzungen für legale Angebote nicht erfüllt waren. Die Dokumente listen zudem weitere Plattformen auf, die in das Gesamtgeflecht eingebunden waren und den gleichen rechtlichen Rahmen umgingen.
Finanzielle Dimensionen und Umsatzströme
Zwischen 2020 und 2024 generierten die betroffenen Seiten Einnahmen von über 600 Millionen Euro, die aus Transaktionen mit deutschen Nutzern stammten. Daten aus der Untersuchung belegen, dass die Einnahmen durch wiederkehrende Einzahlungen und hohe Spielvolumina zustande kamen, während die Betreiber die regulatorischen Anforderungen des deutschen Glücksspielstaatsvertrags ignorierten. Experten der beteiligten Medienpartner analysierten die Unterlagen und fanden Belege für systematische Praktiken, die auf eine Ausweitung des illegalen Betriebs abzielten.

Die Rolle des Whistleblowers und die aufgedeckten Praktiken
Ein interner Informant stellte der Redaktion Unterlagen zur Verfügung, aus denen hervorgeht, dass Soft2Bet gezielt auf Märkte außerhalb der eigenen Lizenzgebiete expandierte und dabei auf deutsche Spieler fokussierte. Die Materialien beschreiben Vorgehensweisen wie personalisierte Ansprache, Bonussysteme und Schnittstellen zu Zahlungsanbietern, die den illegalen Charakter der Aktivitäten untermauern. Forscher und Journalisten der Kooperation haben diese Informationen mit öffentlichen Registern abgeglichen und die Abwesenheit gültiger deutscher Lizenzen bestätigt.
Internationale Zusammenarbeit bei der Recherche
Der Bayerische Rundfunk arbeitete mit Investigate Europe sowie weiteren Medienpartnern aus verschiedenen Ländern zusammen, um die grenzüberschreitenden Strukturen zu beleuchten. Diese Kooperation ermöglichte den Zugriff auf Daten aus Zypern und Malta, wo die Gesellschaft ihren Sitz hat, und verband sie mit deutschen Marktbeobachtungen. Berichte verweisen dabei auf ähnliche Fälle in anderen EU-Staaten, bei denen vergleichbare Netzwerke aufgedeckt wurden, ohne dass direkte Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in Juli 2026 gezogen werden.
Rechtliche Konsequenzen und behördliche Reaktionen
Die Ergebnisse der Recherche fließen in laufende Prüfungen durch deutsche Aufsichtsbehörden ein, die den Betrieb ungenehmigter Angebote untersuchen. Nach Angaben der beteiligten Journalisten zeigen die Dokumente, dass die fehlenden Lizenzen bewusst in Kauf genommen wurden, um Marktzugang zu sichern. Die vollständige Berichterstattung auf tagesschau.de fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, während weitere Quellen aus EU-weiten Analysen die Dimension grenzüberschreitender Glücksspielaktivitäten beleuchten.
Ausblick auf regulatorische Entwicklungen
Die Veröffentlichung des Berichts erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem deutsche Gerichte und Aufsichtsstellen die Durchsetzung des Glücksspielrechts intensivieren. Beobachter notieren, dass die aufgedeckten Strukturen die Notwendigkeit grenzüberschreitender Kooperationen unterstreichen, um vergleichbare Fälle künftig schneller zu identifizieren. Ergänzende Details finden sich in der BR-Dokumentation, die die finanziellen und operativen Aspekte detailliert darstellt.
Fazit
Die Untersuchung liefert konkrete Belege für den Umfang illegaler Online-Glücksspielangebote, die zwischen 2020 und 2024 deutsche Spieler erreichten. Die durchgesickerten Unterlagen und die internationale Medienkooperation ermöglichen eine faktenbasierte Darstellung der Vorgänge rund um Soft2Bet und die beteiligten Marken. Weitere Analysen der Aufsichtsbehörden werden zeigen, wie diese Erkenntnisse in laufende Verfahren einfließen.